Ein Jahr Tagessatzfinanzierung

Die erste Bilanz ergibt: Für erwerbstätige Frauen wurde der Zugang erschwert.

Anfang 2013 wurde die Finanzierung der Kölner Frauenhäuser von einer Pauschal- auf eine Einzelfallfinanzierung umgestellt. Für den Frauenhausaufenthalt zahlen nun das Jobcenter oder das Sozialamt Tagessätze für die betroffenen Frauen. Das bedeutet zugleich, dass Frauen, die Geld verdienen, Rente beziehen oder ein (oft geringes) Vermögen besitzen, für einen Teil oder den gesamten Frauenhausaufenthalt selbst zahlen müssen. Und zwar so viel, bis ihnen nur noch der Hartz-IV Regelsatz bleibt. Sie und ihre Kinder werden durch den Frauenhausaufenthalt in die Armut gedrängt und müssen den „Start in ein neues Leben“ aus dieser neuen Armut heraus beginnen.

Wenn eine Frau hoch bedroht ist, wenn die Wegweisung des Täters keine ausreichende Sicherheit bietet, führt dies dazu, dass die Frau ihre Wohnung, ihren Stadtteil und häufig sogar ihre Stadt verlassen muss. Um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen verliert sie ihr Zuhause; das bedeutet sowohl einen hohen materiellen Verlust als auch das Verlassen des gewohnten Umfeldes. Eine Frau, die den Mut hat zu gehen, leistet damit auch aktiven Kinderschutz. Der Täter hingegen bleibt in der Wohnung, behält die Güter und sein soziales Netzwerk. Nun zu verlangen, dass die Frau für ihren Frauenhausaufenthalt auch noch selbst bezahlen muss, ist nicht gerecht!

Ein Frauenhaus ist häufig der einzige Weg für Frauen, aus einer Gewaltbeziehung zu entkommen. Gewalt in Beziehungen betrifft Frauen aus allen sozialen Schichten und jeder Herkunft. Die Finanzierung von Gewaltschutz bei den Jobcentern zu verankern verkennt diese Tatsache und macht aus Gewalt ein Armutsproblem – was es nicht ist. Damit wird Frauen aus höheren sozialen Schichten der Weg ins Frauenhaus erschwert.

Wir wollen das nicht hinnehmen. Wir haben mit Kölner Politiker_innen der verschiedenen Parteien gesprochen, mit dem Anliegen, einen Sonderfond einzurichten – bisher ohne Erfolg. Wir versuchen, so gut wir können, die Tagessätze dieser Frauen aus Eigenmitteln abzudecken. Das ist bei unserer äußerst angespannten finanziellen Situation aber kaum zu schaffen.

Mit der Spendenkampagne

Raus aus der Gewalt – Und die Frau zahlt?

Kostenloser Gewaltschutz für alle Frauen und Kinder!

wollen wir auf die Situation dieser Frauen aufmerksam machen und bitten um Spenden.

Unterstützen Sie den Aufenthalt von Selbstzahlerinnen mit einer zweckgebundenen Spende.

Förderverein Frauen helfen Frauen e.V.
Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE18370205000007055200
BIC: BFSWDE33XXX

Verwendungszweck: kostenloser Schutz
Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

Weitere Informationen auch Artikel Stadtrevue Tagessatz